Die Geschichte der Pfadfinder


Die Geschichte der Pfadfinderbewegung beginnt mit Robert Stephenson Smyth Baden Powell (BiPi) am Anfang des 20. Jahrhunderts. Die nachfolgende Darstellung kann nur einen kleinen Teil der gesamten Bewegung schildern. Sie orientiert sich an den wesentlichen Punkten weltweit sowie an der katholischen Pfadfinderbewegung in Europa und Österreich.


1903 General Robert Baden-Powell kehrt aus Südafrika nach England zurück, wo er wegen der erfolgreichen Verteidigung der Stadt Mafeking als Nationalheld gefeiert wird. Es überrascht ihn, dass sein Buch für militärische Kundschafter von Erziehern eingesetzt und von vielen Jungen gelesen wird. Aber warum sollte es nicht auch friedliche Kundschafter geben? Offensichtlich ist das eine interessante Sache für Jungen.


1907 BiPi organisiert ein erstes Zeltlager mit 20 Jungen auf der Insel Brownsea im Ärmelkanal. Jungen können Erstaunliches leisten, wenn man ihnen nur auf geschickte Weise Verantwortung überträgt und Vertrauen schenkt. Das hatte er schon während der Verteidigung von Mafeking / Südafrika festgestellt. Als die Jungen voller Begeisterung nach Hause zurückkehren, will Baden-Powell seine Methode auch anderen zugänglich machen.


1908 Bipi verfasst das Buch "Scouting for Boys", woraufhin sich von selbst Pfadfindersippen bilden. Ende des Jahres gibt es bereits 60 000 Pfadfinder. Damit ist gleichzeitig der Grundstein für die weltweite Pfadfinderbewegung gelegt, die heute mit rund 34 Millionen Mitgliedern weltweit die größte Jugendorganisation darstellt.


1912 BiPi begeht seine erste Weltreise als Pfadfinder, um das Wachsen der inzwischen weltweiten Bewegung zu überwachen. Dabei lernt er seine künftige Frau, Lady Olave, kennen, die er noch im selben Jahr heiratet. Aus der Ehe gehen drei Kinder hervor. Nach B.P.´s Tod wird seine Frau die Bewegung weiter wesentlich prägen.


1914 Die jüngeren Brüder der Pfadfinder wollen auch mitmachen. So entstehen die Wölflinge, deren Leben sich auf dem Hintergrund des Dschungelbuches von Kipling abspielt. Am Ende dieses Jahres sind es bereits 10.000. Im gleichen Jahr gibt es erste Ansätze zur Gründung der Rover, der Pfadfinder ab 18 Jahren. Doch das Vorhaben wird durch den 1. Weltkrieg unterbrochen. 1919 beschreibt BiPi deren Programm, welches hauptsächlich auf dem Gedanken des Dienens beruht, in seinem Buch "Rovering to Success".


1918 Nach dem Ende des 1. Weltkrieges erlangt die österreichisch Jugendbewegung solche Bedeutung, dass sie auch das Pfadfindertum in Österreich stark prägt. Neben der Übernahme einiger äußerer Formen (Kohte, Juja) kommt es dadurch zur Betonung bestimmter pfadfinderischer Elemente: selbständiges Denken, Lager und Fahrt, Naturverbundenheit und einfaches Leben.


1920 In England findet das erste Jamboree, ein internationales Pfadfinderlager mit Wettkämpfen, mit 8.000 Pfadfindern aus 27 Ländern unter der Leitung von BiPi statt, welches von da an alle vier Jahre, jeweils in einem anderen Land, durchgeführt wird. BiPi wird zum "Chief Scout of the World" ausgerufen.



1934 Die Nationalsozialisten verbieten das Tragen von Kluft, Banner und Abzeichen. Es folgen weitere Unterdrückungsmaßnahmen.


1952 Friedrich Perko (Österreich) verbreitet die Idee einer europäischen Pfadfinderbewegung, die über alle Grenzen reichen soll.


1963 Am 15. März wird in Paris die FSE - Fédération du Scoutisme Européen (UIGSE - Union Internationale des Guides et Scouts d'Europe) gegründet.


1969 Armstrong betritt den Mond.

Neil Armstrong, ein ehemaliger Pfadi, trägt das Welt-Pfadi-Abzeichen zum Mond.


1984 1. EUROJAM bei Châteauroux in Frankreich: 5.000 Teilnehmer.


1994 2. EUROJAM der UIGSE bei Viterbo in Italien: 7.500 Teilnehmer.


2003 3. EUROJAM in Zelasko (Polen) mit 9.000 Teilnehmern